Generalisierte Angststörungen
Menschen, die an einer
generalisierten Angststörung leiden, erkennt man häufig
an den folgenden Merkmalen: Sie machen sich ständig Sorgen
und befürchten schlimme Ereignisse, für die es keinen
Anlass gibt, sie sind ständig so angespannt, daß
sie eine psychische Krankheit bekommen oder auch körperliche
Symptome entwickeln. Oftmals sind die Betroffenen auch sehr
pessimistisch, denken viele nach oder sind überbesorgt,
zum Beispiel ihren Kindern gegenüber.
Jeder Mensch macht sich Sorgen um alle möglichen Dinge,
wenn das nicht so wäre, wäre einen nichts wichtig
im Leben und in einer gewissen Weise werde alles langweilig.
Was eigentlich normal ist, nämlich daß man sich
ab und zu über irgendetwas Sorgen macht, wird bei dieser
Krankheit stark übersteigert.
Von einer generalisierten Angststörung kann
man dann reden, wenn drei der folgenden Punkte auf einen Menschen
zu treffen:
- Ruhelosigkeit
- Reizbarkeit
- Schlafstörungen
- Konzentrationsstörungen
- schnelle Erschöpfung
- Muskelanspannung
Dazu müssen starke Sorgen und Angstzustände für
mehrere Bereiche vorliegen. Das Leben muss deutlich beeinträchtigt
sein und auch die sozialen Kontakte müssen immer weiter
zurückgegangen sein, wenn man eindeutig von dieser Erkrankung
reden will. Außerdem hat der Betroffene starke Schwierigkeiten,
seine Ängste und Sorgen unter Kontrolle zu bringen. Meist
sind die erkrankten deshalb auch sehr ruhelos und die auf
dem Sprung, können sich deshalb auch auf nichts konzentrieren,
sind schnell gereizt.
Das Wort generalisiert drückt übrigens aus, daß
die Ängste sich auf viele Bereiche auswirken, und nicht
etwa auf einen bestimmten Punkt oder eine bestimmte Situation.
Wie drückt sich eine generalisierte Angststörung
aus?
Hier einige Punkte, anhand dener Sie eine generalisierte
Angststörung erkennen können:
- Die Betroffenen erahnen ständig schlimme Dinge,
zum Beispiel daß der Familie etwas geschieht, daß
sie den Arbeitsplatz verlieren oder dort versagen, daß
sie pleite gehen könnten oder daß sie erkranken
könnten
- Die Betroffenen sind häufig nervös, schnell
reizbar, sehr aufmerksam der Umwelt gegenüber, gereizt
oder sehr schreckhaft
- Sie können sich schlecht konzentrieren und sind
vergesslich
- Sie haben häufig Kopfschmerzen, sie zittern oft,
haben Zuckungen, sind schwach auf den Beinen, können
sich nicht entspannen und sind oftmals müde und erschöpft
- Ihnen ist oft schwindlig und sie fühlen sich genommen,
sie haben manchmal einen beschleunigten Atem, fürchten
zu ersticken, spüren, wie ihr Herz rast, geraten ins
schwitzen oder frieren, haben kalte feuchte Hände,
klagen über Beschwerden mit dem Magen und dem Darm,
verspüren Übelkeit, haben oftmals Bauchweh, leiden
unter Durchfall, müssen oft urinieren, haben einen
trockenen Mund, ein Kloßgefühl im Hals und Schwierigkeiten
einzuschlafen beziehungsweise durch zu schlafen.
- Manchmal leiden sie auch unter Derealisation
und Depersonalisation,
also einem Gefühl, als wären sie nicht selbst
an einem Ort oder es wäre der Ort nicht wirklich
- Sie befürchten auch häufig, die Kontrolle zu
verlieren oder durchzudrehen oder zu sterben.
Wie gesagt, sind Sorgen über alle möglichen alltäglichen
Dinge völlig normal, auch gesunde Menschen machen sich
oftmals über alles mögliche Sorgen. Was sie doch
den gesunden Menschen und den kranken Menschen bezüglich
der Sorgen unterscheidet, ist die Zeit, die sie mit ihren
Sorgen verbringen: krankhaft ängstliche Menschen verbringen
mehr als die Hälfte ihres Tages mit ihren Sorgen, gesunde
Menschen kommen gerade einmal über 10 %.
Man kann sich also denken,
daß jemand, der sich überwiegend um seine Sorgen,
für die Kleinigkeiten des Alltags kaum mehr Zeit und
Nerven hat. Es bleiben also alltägliche Dinge wie das
reinigen der Wohnung, die Arbeit, einkaufen, kleinere Reparaturen,
Arzttermine oder sonstige Sachen mehr oder weniger auf der
Strecke. Dies bemerkt allerdings auch der Betroffene und macht
sich deshalb noch mehr Sorgen. Der Betroffene schiebt also
alles Mögliche vor sich her und schon der kleinste Anlass
kann dann zur Katastrophe führen. Der Betroffene sich
bricht dann unter dem aktuellen Anlass zusammen und bekommt
starke Angstgefühle und zieht sich möglicherweise
komplett zurück. Dies ist auch ein Grund, weshalb man
eine solche Angsterkrankung manchmal mit einer Depression
verwechselt, wo ja auch die Betroffenen teilweise unfähig
erscheinen, ihr Leben zu meistern.
Während eines solchen Zusammenbruchs treten dann die
typischen Angstsymptome auf, manchmal kommt es auch zu Panikattacken.
Die Betroffenen sind dann nicht mehr in der Lage, die Situation
konkret einzuschätzen. Sie sind wie gelähmt und
ergeben sich ihrer Angst.
Zudem haben die Betroffenen die Fähigkeit verloren,
ihre Angst als auch etwas durchaus positives zu sehen. Sie
können also nicht, wie ein gesunder Mensch, sich durch
ihre Ängste auf ein mögliches negatives bevorstehendes
Ereignis, reagieren. Sie sind also nicht in der Lage, zu denken,
daß sie etwas bestimmtes tun müssen, wenn wirklich
etwas passiert. Daraus resultiert das Gefühl, eine Situation
ausgeliefert zu sein anstatt sie unter Kontrolle zu haben.
Verlauf einer generalisierten Angststörung
Oftmals besteht für
die Betroffenen als auch für den Arzt, an den sie sich
möglicherweise wenden, das Problem, daß diese Störung
nicht sofort erkennbar ist. Meist wird von Schlafstörungen,
Kopfschmerzen, einer Reizbarkeit, einer schlechten Konzentration,
Magenbeschwerden oder Nervosität gesprochen, so daß
die Betroffenen oder eben auch der Arzt erstmals auf die falsche
Fährte gelockt werden, zum Beispiel einer organischen
Erkrankung oder einer Depression. Häufig werden dann
zuerst alle möglichen körperlichen Untersuchungen
durchgeführt, was so nebenbei gesagt auch durchaus sinnvoll
ist, leider werden auch manchmal falsche Medikamente, die
natürlich nicht gegen Angstzustände helfen, verordnet.
Bis man also wirklich auf die Diagnose "generalisierte
Angststörung" kommt, kann es in ungünstigen
Fällen eine Weile dauern.
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